Mentortools Branding anpassen für einen ästhetischen Mitgliederbereich

Das Standard-Blau eines frisch aufgesetzten Mitgliederbereichs in Mentortools ist ein grelles Neon-Türkis – ein erstes, sehr sichtbares Problem für jedes durchdachte Online-Kurs-Design.

Branding für Coaches bedeutet in Mentortools vor allem eins: wenige, bewusst gewählte Elemente, die zueinander passen, statt jede verfügbare Einstellung auszureizen. Genau diese Zurückhaltung entscheidet später, ob dein Kurs wie aus einem Guss wirkt oder wie ein Bastelprojekt.

Zu viel Design schadet deinen Teilnehmerinnen

Im Branding-Menü von Mentortools liegen Logo-Upload und Farbauswahl nah beieinander, wobei nur die Farbauswahl wirklich Fingerspitzengefühl braucht. Jeder Farbwert dort basiert auf einer hexadezimalen Zahl aus genau sechs Zeichen – dieselbe Zahlenreihe, die in deinem Styleguide oder in Canva meist schon hinterlegt ist.

Meine Nachbarin Heike Baumann, freiberufliche Fotografin, saß neulich mit ihrem eigenen Laptop still neben mir, während ich zwischen zwei Grüntönen hin- und her wechselte, und schüttelte irgendwann nur stumm den Kopf bei der helleren Variante. Eine Primärfarbe, die Ruhe ausstrahlt, plus höchstens eine zweite Akzentfarbe – mehr braucht ein Mitgliederbereich selten. Nicht mehr, nicht weniger. Mischst du mehr als zwei Töne, kippt die Wirkung schnell von elegant zu unruhig, und Teilnehmerinnen nehmen eher das Design wahr als deinen Inhalt.

Mentortools Branding anpassen: Nahaufnahme der Hex-Code Farbauswahl im Mitgliederbereich

Warum zu viel Design deinen Teilnehmerinnen schadet

Übermäßiges Branding hat einen messbaren Nachteil: Es lenkt von dem ab, was Teilnehmerinnen eigentlich wollen, nämlich lernen. Glitzert jede Ecke und kämpfen drei Schriftarten um Aufmerksamkeit, steigt die kognitive Last spürbar. Stell dir eine Yoga-Stunde vor, in der im Hintergrund Metal läuft und die Wände knallrot gestrichen sind. Niemand findet dort seine Mitte.

Welche Plattform du überhaupt wählst, ist noch mal eine ganz eigene Entscheidung, die an dieser Stelle bewusst außen vor bleibt. Bleibst du bei Mentortools, kannst du Logo und Farben anpassen, aber bleib bei der Struktur diszipliniert – wie du den Mitgliederbereich technisch von Grund auf aufsetzt, ist wieder ein anderes Thema. Falls du noch ganz am Anfang stehst, schau dir mein Mentortools Tutorial zum Erstellen eines Mitgliederbereichs an.

Bildformate von Anfang an im 16:9-Raster setzen

Teaser-Bilder für einzelne Lektionen brauchen in Mentortools zwingend ein Seitenverhältnis von 16:9, zum Beispiel 1280 mal 720 Pixel. Ein Hochformat-Porträt wird sonst oben und unten beschnitten, mit dem Kopf meistens als erstem Opfer.

Das hätte ich vorher gerne gewusst: dass die Plattform stur bei diesem Format bleibt, egal was du hochlädst, und ein vertikales Foto einfach in den horizontalen Slot presst, bis das Ergebnis komisch statt professionell aussieht. Das wirkt dann wie eine Yoga-Pose, in die der Körper hineingezwängt wird, obwohl er noch nicht so weit ist. Man sieht sofort, dass da etwas nicht stimmt.

Mentortools Branding anpassen: Vergleich von falschem Bildformat und korrektem 16:9 Thumbnail im Mitgliederbereich

Ein sauber aufgebauter Mitgliederbereich schafft Vertrauen

Vor Mentortools habe ich Kursvideos einzeln auf Vimeo hochgeladen und die Links jedes Mal per Newsletter verschickt – jede Teilnehmerin bekam eine andere Mail-Kette, nichts sah wie ein zusammenhängender Kurs aus, und der Laptop-Lüfter drehte beim langen Upload immer lauter hoch, bevor der nächste Link überhaupt verschickt war. Wo du deine Videos am Ende hostest, ist noch mal eine andere Entscheidung als die des Brandings, genau wie die Frage, welche E-Mail-Automatisierungen drumherum laufen. Wie du deinen Kurs in Module und Lektionen strukturierst, klammere ich hier bewusst aus, ebenso wie die Zahlungsanbindung im Hintergrund.

Ein sauberer Mitgliederbereich braucht daneben ordentlich benannte Begleitmaterialien – nichts wirkt unprofessioneller als eine PDF, die noch wie ein loses Arbeitsdokument heißt. Wenn du wissen willst, wie du das sauber löst, lies dir durch, wie du bei Mentortools Dateien und Workbooks verwaltest. Ein professionelles Impressum und eine klare Datenschutzseite gehören für mich ebenfalls zum stimmigen Gesamtbild, ganz unabhängig vom Farbschema.

Das zeigt das Feedback der Teilnehmerinnen

Eine Teilnehmerin hat sich nach dem Login auf Anhieb zurechtgefunden, ganz ohne dass ich ihr vorher irgendetwas erklären musste, und sie klickte sich einfach durch, als wäre der Weg von selbst klar gewesen. Genau das ist für mich der eigentliche Test für gutes Branding, nicht das erste optische Wow-Gefühl.

Ulrike Herrmann, eine Life-Coach-Kollegin aus Düsseldorf, hat lange über ihr eigenes Redesign nachgedacht, bevor sie es schließlich doch angegangen ist – und ausgerechnet in dem Moment, als sie bereit war, hat es auch gepasst. Wie du Teilnehmerinnen langfristig bei der Stange hältst, ist wieder eine andere Geschichte, genauso wie die Landingpage davor, die an dieser Stelle nicht aufgemacht wird.

Gutes Branding schafft vor allem Raum, in dem Vertrauen entstehen kann, bevor überhaupt ein Wort Coaching-Inhalt gefallen ist. Zweifelt niemand an der Optik, zweifelt auch kaum jemand an der Kompetenz dahinter. Falls du noch unsicher bist, ob Mentortools die richtige Wahl für dich ist, findest du in meinem Vergleich zwischen Coachy und Mentortools ein paar Anhaltspunkte.

Mentortools Branding anpassen: Zufriedene Kursteilnehmerin nutzt den ästhetisch gestalteten Mitgliederbereich auf dem Tablet

Am Ende zählt bei diesem Thema vor allem Konsequenz, nicht Perfektion am ersten Tag: eine ruhige Primärfarbe wählen, das Logo hochladen, Bilder von Anfang an im 16:9-Format anlegen und Dateien so benennen, dass jemand anderes sie auch versteht. Der Rest lässt sich später anpassen, ohne dass der Mitgliederbereich zwischendurch unfertig wirkt.

Verwandte Artikel