
Mein Kurs-Dashboard zeigt es schwarz auf weiß: Nach dem dritten Video bricht die Kurve ein. Kein Kommentar mehr, keine Frage im Chat, einfach Stille auf der anderen Seite des Bildschirms. Für die Kurserstellung ist das der Moment, der wehtut. Man steckt Wochen in ein Modul, und trotzdem steigen Teilnehmer aus, bevor sie merken, wie viel sie eigentlich schon können. Genau dafür habe ich bei meinem aktuellen Coachy-Kurs ein einfaches Quiz eingebaut, und es hat die Teilnehmer-Motivation in meinem Online-Business komplett verändert.
Yoga-Vergleiche helfen mir bei sowas immer weiter. Es ist, als würden die Schüler mitten im Sonnengruß die Matte zusammenrollen und einfach gehen. Autsch, aber ein ehrlicher Autsch.
Am Anfang, 2020, habe ich Kursinhalte einfach als PDFs und Videos über Google Drive geteilt und die Zugangsdaten per Mail rausgeschickt. Kein System, keine Motivation, nur ein Ordner-Link und viel gutes Zureden. Das hätte ich mir damals gerne früher sagen lassen: Ein Kurs lebt nicht vom Material, sondern davon, ob jemand drinbleibt.
Ein Quiz sollte sich nicht wie eine Prüfung anfühlen
Anfang des Jahres saß ich wieder vor meinen Kursstatistiken und wusste: Etwas muss sich ändern. Aber diesmal wollte ich nicht denselben Fehler wiederholen und eine Uni-Prüfung ins Digitale übersetzen. Ein Quiz im Online-Kurs sollte kein Hauptgericht sein, sondern eine kleine Prise Würze obendrauf.
Wer hat nach Feierabend wirklich Lust auf Leistungsdruck? Mein Rat nach vielen Wochen Praxis: Verzichte auf Quizze zur reinen Wissensabfrage am Ende einer Lektion. Das reißt den Lernfluss auseinander und baut Druck auf, wo eigentlich Leichtigkeit hinsollte. Mitten im Savasana, der Endentspannung, würde ich schließlich auch nicht plötzlich rufen: Und, wie hieß der Muskel, den wir gerade gedehnt haben? Der Vibe wäre sofort hinüber.

Stattdessen nutze ich Quizze heute als spielerische Check-ins, mehr Wegweiser als Wächter. Bei Coachy geht das so unkompliziert, dass sogar ich es innerhalb einer Kaffeepause hinbekomme — die Frau, die 2020 fast an einem einzigen Login-Button verzweifelt wäre.
Der Moment, in dem der Groschen bei Coachy fiel
Beim Stöbern im Kurs-Editor bin ich auf den Reiter für Quizze gestoßen, und ich war fast überrascht: kein Zeilencode, kein technisches Kauderwelsch.
Tobias Kraft, ein befreundeter Online-Unternehmer, hätte das vermutlich mit einem Aufschlag beim Tennis verglichen — er erklärt mir technische Dinge grundsätzlich über den Umweg irgendeiner Sportart. Bei Coachy gibt es zwei Fragetypen: Single Choice, bei der nur eine Antwort stimmt, und Multiple Choice, bei der mehrere Antworten richtig sein können. Mehr braucht es meistens nicht. Du brauchst schließlich auch keine fünfzig Gewürze für ein gutes Curry, die richtige Basis reicht völlig.
Was mich als Coach aus München zusätzlich beruhigt: Coachy ist eine deutsche Plattform und arbeitet DSGVO-konform. Für mich war das ein großes Argument, weil ich keine Lust mehr hatte, Teilnehmerdaten irgendwo auf fremden Servern zu wissen und deswegen nachts wachzuliegen.
Die Bestehensgrenze richtig einstellen
Bei jedem Quiz gibt es eine wichtige Stellschraube: die Bestehensgrenze, einstellbar bis maximal 100 Prozent. Aber muss es wirklich immer die volle Punktzahl sein? Ich setze sie meistens auf 80 Prozent, damit ein kleiner Flüchtigkeitsfehler niemanden gleich durchfallen lässt.
Der Ablauf dahinter ist unkompliziert: Du öffnest die passende Lektion im Kurs-Editor, klickst auf „Quiz hinzufügen" und formulierst Fragen, die eher zum Nachspüren einladen als zum Auswendiglernen — statt „Was ist die Definition von X?" lieber „Welches Gefühl hattest du bei der Übung?". Und dann ist da noch die Feedback-Funktion, mein heimlicher Favorit: Nach jeder Antwort kannst du einen kurzen Text einblenden, quasi ein virtuelles High-Five mitten im Kurs.

Ein echter Wendepunkt kam, als ich die Bestehensgrenze mit der Zertifikatsfunktion verknüpft habe. Aus einem passiven Video-Kurs wurde plötzlich etwas, bei dem man mitmachen musste. Wie genau das technisch funktioniert, habe ich getrennt aufgeschrieben, falls du dir mal anschauen willst, wie man ein Coachy Zertifikat erstellen kann, das automatisch verschickt wird.
Gamification bringt Teilnehmer zurück in den Kurs
Menschen lieben Belohnungen, und genau darum geht es bei Gamification. Wenn ein grüner Haken erscheint, weil eine Antwort richtig war, schüttet das Gehirn ein kleines bisschen Dopamin aus. Das fühlt sich gut an, und genau dieses Gefühl will ich meinen Teilnehmern öfter schenken.
Marcus, ein Fitnesstrainer aus Hamburg und langjähriges Mitglied in meiner Community, hat wochenlang abgewogen, ob er zu Coachy wechselt oder bei seiner alten Lösung bleibt — typisch für ihn, er entscheidet nie überstürzt. Als er sich schließlich durchgerungen hatte, ist er aber komplett umgestiegen und schrieb mir danach: „Normalerweise quäle ich mich durch Online-Kurse, aber deine kleinen Fragen zwischendurch haben mich richtig bei der Stange gehalten." Genau das wollte ich erreichen.
Wie unterschiedlich Plattformen das Thema Engagement lösen, sieht man gut im Vergleich: Bei Mentortools Gamification geht es um Wissensabfragen, die Teilnehmer bei der Stange halten, ohne sie zu prüfen — ein anderer Ansatz als meiner, aber mit demselben Ziel.

Was am Ende bei mir hängengeblieben ist
Wir Coaches denken oft zu kompliziert, wahrscheinlich aus Angst, nicht ernst genommen zu werden. Aber meine Teilnehmer wollen keine Professorin, sie wollen eine Begleiterin. Das Quiz-Tool hat mir geholfen, genau das zu sein — es nimmt die Angst vorm Versagen und schenkt stattdessen kleine Erfolgsmomente.
Um die zehnte Woche nach der Umstellung war ich am Starnberger See spazieren, hab beiläufig aufs Handy geschaut und gesehen, dass der Monatsumsatz schon am Zwölften stand. Kein Zufall, sondern die Summe vieler kleiner Momente, in denen Teilnehmer drangeblieben sind, statt nach dem dritten Video abzuspringen.
Der Denkfehler, den ich am längsten mit mir rumgetragen habe: Ich dachte, ein Quiz muss beweisen, dass jemand aufgepasst hat. Mittlerweile weiß ich, ein gutes Quiz beweist etwas ganz anderes — dass jemand drangeblieben ist.
Probier beim nächsten Kurs, an dem dir die Luft ausgeht, ein einziges einfaches Quiz an der Stelle, die dir wichtig ist. Nicht um zu prüfen, sondern um zu feiern, was deine Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon gelernt haben.