Online-Kurs erstellen Schritt für Schritt: Meine Anleitung für Technik-Muffel

Der Moment, in dem ich fast das Handtuch geworfen hätte

Stell dir vor, es ist der 20. November 2025. Ich sitze an meinem Küchentisch in München, die Reste eines kalten Chai Tees neben mir, und starre auf meinen Bildschirm. Mein Plan: Ein Online-Kurs. Mein Problem: Ich habe keine Ahnung von Technik. Null.

Ich erinnere mich noch an 2020. Meinen ersten Versuch. Damals wollte ich alles selbst machen. Ein WordPress-Plug-in hier, ein Zahlungsanbieter da, und am Ende funktionierte gar nichts. Ich habe mehr geheult als Yoga gemacht. Aber diesmal sollte es anders sein. Ich wollte den Weg des geringsten Widerstands gehen – wie eine fließende Vinyasa-Stunde, bei der man nicht über den nächsten Schritt nachdenken muss.

Einen Kurs zu erstellen fühlt sich oft an wie das Kochen eines 5-Gänge-Menüs für 50 Personen, wenn man eigentlich nur ein einfaches Curry für Freunde machen wollte. Man verzettelt sich in Details, kauft zu viele Zutaten (Tools!) und am Ende brennt alles an. Deshalb habe ich mir diesmal eine strikte Anleitung geschrieben. Für mich. Für den Technik-Muffel in mir.

Schritt 1: Das Skelett bauen (Drishti für deinen Kurs)

Bevor ich auch nur eine Kamera angefasst habe, habe ich mich hingesetzt und strukturiert. Am 20. November 2025 stand mein Plan. Ich habe gelernt: Weniger ist mehr. Wenn du zu viel willst, erstarrst du. Wie in einer Asana, die man zu erzwingen versucht.

Ich habe mich für eine klare Struktur entschieden: 5 Module. Nicht mehr. Jedes Modul sollte ein abgeschlossenes Thema behandeln. In jedem Modul habe ich genau 4 Lektionen geplant. Das macht insgesamt 20 Video-Lektionen. Das klingt machbar, oder? Es ist wie eine gute Yoga-Sequenz: Aufwärmen, Fokus, Höhepunkt, Cool-down, Savasana.

Warum 5 Module? Weil ich bei meinem ersten Versuch 2020 den Fehler gemacht habe, 15 Module anzubieten. Die Leute waren erschlagen. Ich war erschlagen. In diesem Artikel über meinen ersten Online-Kurs und alles, was ich falsch gemacht habe, erzähle ich mehr von diesem Chaos.

Schritt 2: Die Zutaten vorbereiten (Inhalte erstellen)

Am 12. Januar 2026 war mein persönlicher „Produktionstag“. Ich hatte mir vorgenommen, alle 20 Videos in einer Woche abzudrehen. Spoiler: Das war optimistisch. Aber es war wichtig, einen festen Termin zu haben.

Beim Aufnehmen der Videos habe ich gemerkt: Die Technik ist gar nicht der Endgegner. Das eigene Ego ist es. Man will perfekt aussehen, sich nicht versprechen. Aber meine Teilnehmer wollen keinen Hollywood-Film. Sie wollen mich. Mit meinen Versprechern und meinem bayerischen Einschlag.

Ich habe alles mit meinem Smartphone aufgenommen. Kein teures Equipment. Ein einfaches Ringlicht und ein Ansteckmikrofon für 30 Euro. Das reicht. Wichtig ist die Struktur. Wenn du weißt, was du sagst, ist die Kamera egal. Es ist wie beim Kochen: Wenn die Zutaten frisch sind, braucht man kein vergoldetes Messer.

Schritt 3: Das Zuhause für deinen Kurs finden

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wo lädst du das Ganze hoch? Ich habe in der Vergangenheit viel Lehrgeld gezahlt. Im Januar habe ich erst wieder gemerkt, wie teuer falsche Entscheidungen sein können. In meinem Bericht darüber, warum ich meine Kurs-Plattform im Januar gewechselt habe, beschreibe ich die 852 Euro Lehrgeld, die ich mir hätte sparen können.

Für einen Technik-Muffel gibt es nur eine Regel: Es muss „Plug & Play“ sein. Ich will kein Informatikstudium absolvieren, um ein Video hochzuladen. Ich brauche ein Dashboard, das so übersichtlich ist wie mein aufgeräumtes Yoga-Studio. Keine versteckten Menüs, kein Code.

Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, auf spezialisierte Anbieter zu setzen, statt zu versuchen, eine eigene Website mit tausend Plugins zusammenzubasteln. Das spart Nerven und am Ende auch Geld, weil man nicht ständig jemanden bezahlen muss, der die Seite repariert, wenn sie mal wieder abgestürzt ist. Wer sich für das Thema E-Learning interessiert, findet bei der Wikipedia eine gute Übersicht über die pädagogischen Hintergründe, aber für uns Coaches zählt vor allem die einfache Handhabung.

Schritt 4: Der Beta-Launch (Die Generalprobe)

Am 1. März 2026 war es so weit. Mein Kurs war fertig. Aber statt ihn laut in die Welt hinauszuposaunen, habe ich einen Beta-Launch gemacht. Das war die beste Entscheidung meines Lebens.

Ich habe mir 12 Beta-Tester gesucht. Ganz bewusst eine kleine Gruppe. Warum? Weil ich Feedback wollte. Ich wollte wissen: Verstehen sie Modul 3? Ist die Tonqualität in Video 12 okay? Diese 12 mutigen Seelen haben den Kurs zu einem Einführungspreis von 299 Euro bekommen.

Das hat mir den Druck genommen. Es musste noch nicht alles perfekt sein. Es war wie eine Probestunde für ein neues Kursformat im Studio. Man schaut, wie die Übungen ankommen, und passt sie an. Bis zum 15. März 2026 hatte ich so wertvolles Feedback gesammelt, dass ich den Kurs mit einem viel besseren Gefühl offiziell machen konnte.

Was ich heute anders machen würde

Hätte ich das alles schon 2020 gewusst... Ich hätte mir Jahre voller Technik-Frust erspart. Mein größter Fehler war der Glaube, dass ich alles technisch beherrschen muss. Das stimmt nicht. Du musst nur wissen, welche Tools dir die Arbeit abnehmen, statt dir neue zu machen.

Wenn du heute startest, fang klein an. Erstelle deine 5 Module. Plane deine 20 Videos. Und such dir eine Plattform, die dich nicht nachts wach liegen lässt, weil du Angst vor dem nächsten Update hast. Es gibt Lösungen, die genau für uns Technik-Muffel gemacht sind. Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen, aber seit ich mein WordPress-Chaos beerdigt habe, schlafe ich deutlich besser.

Ein Online-Kurs ist kein technisches Projekt. Es ist ein Herzensprojekt. Die Technik ist nur das Gefäß. Wie die Teetasse für deinen Tee. Sie muss halten und gut in der Hand liegen, aber der Genuss kommt vom Inhalt. Trau dich einfach. Der erste Schritt ist immer der schwerste, aber danach fließt es. Versprochen.

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