
Muss ein Online-Kurs beim Start schon perfekt sein?
Was braucht es wirklich, um als Coachin einen eigenen Online-Kurs zu erstellen: jahrelange Technik-Erfahrung oder einfach der Mut, unfertig anzufangen?
Bevor es weitergeht, kurz und ehrlich: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Empfohlen werden hier nur Tools wie Mentortools oder COACHY, die ich in meinem eigenen Coaching Business wirklich benutze.
Die ehrliche Antwort zuerst: Technik-Wissen hatte ich 2020 keins. Meinen allerersten Kurs habe ich trotzdem gebaut, und dieser Erfahrungsbericht zeigt jeden Fehler, den ich dabei gemacht habe – damit du dir die Hälfte davon sparen kannst.
Mein größter Anfangsfehler war das Über-Kochen: zu viele Module, zu viele Videos, zu viele Extras, bevor auch nur eine einzige Person den Kurs überhaupt kennt. Wie bei einem Rezept, in das man jedes Gewürz aus dem Schrank wirft, bis am Ende gar nichts mehr schmeckt.
Wochenlang habe ich nur produziert, ohne zu wissen, ob überhaupt jemand kaufen will. Ausgebrannt, noch bevor die erste Anmeldung kam. Kein Flow, nur Stress pur.
Ruhiger wird die Sache, wenn du klein anfängst: ein Mini-Kurs mit einem einzigen klaren Versprechen schlägt jedes Mammutprojekt, das nie fertig wird. Diese Gelassenheit, das Vertrauen, dass weniger oft mehr trägt, kenne ich auch vom Hatha Yoga aus meinem Unterricht: Erst die Grundhaltung sauber lernen, der Rest kommt von allein.

Technik-Angst ist kein Charakterfehler
Diese Angst vor der Technik kenne ich von vielen anderen Coaches – zuletzt von Ulrike Herrmann, einer Life-Coach-Kollegin aus Düsseldorf. Sie hatte einen Screenshot meiner Fehler-Liste in einem Coaching-Forum entdeckt und mir danach über LinkedIn geschrieben, weil sie genau dieselbe Mischung aus Technik-Angst und Perfektionismus kannte, mit der ich 2020 gestartet bin.
Ihre E-Mails klingen jedes Mal höflich-förmlich, fast wie eine Bewerbung. Im ersten Zoom-Call redete sie dann drauflos, als würden wir uns seit Jahren kennen – über die Angst, etwas kaputt zu klicken, was sich nicht mehr reparieren lässt.
Was ich Ulrike gesagt habe, sage ich jeder Anfängerin: Die Plattform ist schuld, wenn du dich ständig vor einem Klick fürchtest – nicht du. Ein Tool, bei dem du wirklich alles kaputt machen kannst, ist für Einsteigerinnen schlicht das falsche Werkzeug.
Die richtige Plattform für Technik-Anfängerinnen finden
Am Anfang wollte ich sparen und alles selbst zusammenbauen – mit WordPress, ein paar Plugins für Zahlungen und Mitgliederbereich und viel zu wenig Ahnung, wie diese Bausteine überhaupt zusammenspielen.
Wie diese falsche Plattform-Entscheidung zu meinem größten Anfängerfehler wurde und was ich heute anders machen würde, erzähle ich ausführlich in Warum ich meine Kurs-Plattform im Januar gewechselt habe (und dabei 852 Euro 'Lehrgeld' gezahlt habe) – hier nur die Kurzfassung: Eigenbau-Lösungen kosten Anfängerinnen mehr Zeit und Nerven, als sie am Anfang sparen.
Gelandet bin ich am Ende bei Mentortools, weil dort Kurse, Zahlungen und Mitgliederbereich aus einer Hand kommen und ich mich nicht mehr um mehrere Baustellen gleichzeitig kümmern musste.
Auch die Verbindung zwischen Kurs-Tool und Zahlungsanbieter war für mich am Anfang ein einziges Rätsel – ein Thema für sich, das eine eigene Anleitung verdient.
Wie so ein Mitgliederbereich in der Praxis entsteht, ohne dass du dich in Optionen verlierst, zeige ich Schritt für Schritt in Mentortools Tutorial: So baust du deinen Mitgliederbereich in unter 60 Minuten.

Zwei Wochen mit dem falschen Tool: Meine teuerste Lektion
Am liebsten testete ich morgens, noch vor dem ersten Kaffee, wenn die Sonne schräg über den Bildschirm wanderte. Genauso war es, als ich es mit Thinkific versuchte. Zwei Wochen lang habe ich mich durch Einstellungen geklickt, die auf Englisch waren und sich nicht so anfühlten, als wären sie für eine Yogalehrerin aus München gemacht. Ratlos habe ich es am Ende wieder sein lassen, ohne einen einzigen Baustein fertig zu haben.
Bei Mentortools kam der Moment, der mir zeigte, dass es diesmal funktioniert: Meine erste Teilnehmerin hat sich durch den kompletten Kurs geklickt, ohne dass ich ihr auch nur eine einzige Anleitung schicken musste. Kein Anruf, keine verzweifelte E-Mail – sie hat es einfach gefunden.
Das hätte ich vorher gerne gewusst: Ein Tool testet man nicht danach, wie viele Funktionen es hat, sondern danach, ob eine fremde Person ganz ohne deine Hilfe durchkommt. Das ist der einzige Test, der wirklich zählt.
Warum kauft niemand, obwohl der Kurs online steht?
Online gestellt, fertig, dachte ich – die Leute würden schon von allein kommen. Kamen sie nicht. Nur meine Mutter und eine alte Bekannte aus meiner Ausbildungszeit haben sich angemeldet.
Eine E-Mail-Liste hatte ich damals nicht, automatisierte Willkommens-Mails erst recht nicht – ein Werkzeug, das ich heute nicht mehr missen möchte, aber eine eigene Geschichte für sich.
Mit Fokus auf Sichtbarkeit von Anfang an wäre Online-Kurs-Plattform für Coaches: So startest du mit Flenski ohne Technik-Chaos damals eine gute Anlaufstelle gewesen. Wer lieber auf eine seit Jahren bewährte Mitgliederbereich-Lösung setzt, findet mit Membado eine ruhigere, aber solide Alternative.
Wie viele Module braucht dein erster Online-Kurs wirklich?
Wie viele Module ein erster Kurs wirklich braucht, ist eine eigene Frage mit einer eigenen ausführlichen Antwort, an dieser Stelle nur so viel: Weniger, klar abgegrenzte Einheiten schlagen ein Wissens-Buffet, bei dem niemand mehr weiß, wo er anfangen soll.
Wo die ganzen Videos am Ende sicher liegen und schnell laden, ist technisch nochmal ein eigenes Thema, das eine gesonderte Anleitung verdient hätte.
Genauso, wie du Teilnehmerinnen bei der Stange hältst, ohne selbst zur Technik-Feuerwehr zu werden – auch das würde locker einen eigenen Artikel füllen.
Landingpage und Branding: Was heute bei mir läuft
Eine Landingpage, die wirklich verkauft, ist ein eigenes Handwerk – Aufbau, Reihenfolge der Argumente, der richtige Call-to-Action an der richtigen Stelle, das alles würde hier den Rahmen sprengen.
Für das Profilfoto auf meiner Seite hat meine Nachbarin Heike Baumann ausgeholfen, freiberufliche Fotografin von nebenan. Auf natürliches Licht besteht sie dabei kompromisslos, künstliche Lampen kommen ihr nicht vor die Linse. Am Branding selbst, Farben, Schrift, dem kleinen Wiedererkennungswert, feile ich bis heute weiter.
Kursaufbau, Mitgliederbereich und Landingpage in einem Tool zu haben, dafür bleibt Mentortools mein erster Griff, gerade weil der Support auf Deutsch antwortet und ich nicht erst eine fremde Sprache lernen muss, um eine Frage zu stellen.
Für den ganz schmalen Start empfehle ich oft COACHY, weil der Einstieg dort besonders niedrigschwellig ist und du nicht gleich das große Rundum-Paket brauchst.
Vor Kurzem habe ich einer Kollegin geholfen, ihren allerersten Kurs auf COACHY aufzusetzen – ein paar Stunden, und sie war startklar, ganz ohne Vorwissen.
Wer lieber ein Tool nimmt, mit dem gerade viele andere Einsteigerinnen starten, schaut sich am besten Flenski an – dort sieht man oft schon nach kurzer Zeit die ersten sichtbaren Ergebnisse.
Fehler gehören dazu, bei jedem ersten Kurs, bei jeder ersten Plattform-Entscheidung. Wie bei einer wackeligen Balance-Übung: man fällt um, flucht kurz, steht wieder auf und probiert es nochmal, so lernt man, wirklich stabil zu stehen.
Wenn dir nur eine einzige Frage vor der Kaufentscheidung bleibt, dann diese: Kannst du in einer Stunde, ganz ohne Handbuch, deinen ersten Testinhalt hochladen? Wenn nicht, ist das Tool nicht für Einsteigerinnen gemacht. Bei mir bleibt Mentortools die sicherste Bank für alle, die wirklich starten wollen. Viel Erfolg mit deinem ersten Kurs!